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Rotor und Stator einer Putzmaschine – Bezeichnungen erklärt

Rotor & Stator Bezeichnungen erklärt: Was D6-3, D8-1,5 und R7-2,5 bedeuten

, Von BauBoss24 Redaktion, 9 min Lesezeit

Die Bezeichnung eines Rotor-Stator-Paars ist kein Zufallscode: Sie verrät Baureihe, Baugröße und vor allem die Anzahl der Druckstufen – und damit, ob deine Pumpe auf Fördermenge oder auf Förderweite ausgelegt ist. Hier steht, wie du sie liest.

Kurze Antwort: Bei Rotor-Stator-Bezeichnungen wie D6-3, D8-1,5 oder R7-2,5 steht der Buchstabe für die Baureihe (Pumpensystem), die erste Zahl für die Baugröße und die Zahl nach dem Bindestrich für die Anzahl der Druckstufen. Mehr Druckstufen bedeuten mehr Druck und Förderweite bei geringerer Fördermenge – weniger Druckstufen bedeuten mehr Material pro Minute auf kürzerer Strecke. Rotor und Stator müssen immer als Paar zusammenpassen.

Wer zum ersten Mal Ersatzteile für seine Putzmaschine bestellt, stolpert über Codes wie D6-3, D8-1,5 oder R7-2,5. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine willkürliche Artikelnummer – tatsächlich steckt darin die komplette Auslegung der Pumpe. Wer den Code lesen kann, bestellt nie wieder das falsche Teil und weiß sofort, ob die Pumpe zur Baustelle passt.

Rotor und Stator: Was ist was?

Jede Putzmaschine mit Exzenterschneckenpumpe fördert Material über zwei Bauteile, die ineinander arbeiten:

  • Der Rotor (auch Putzschnecke, Förderschnecke oder einfach Schnecke genannt) ist der drehende Stahlkern, meist verchromt oder gehärtet.
  • Der Stator (auch Schneckenmantel oder Mantel) ist die feststehende Gummihülle, in der sich der Rotor dreht.

Zwischen beiden entstehen abgeschlossene Kammern, die den Mörtel Stufe für Stufe Richtung Schlauch schieben. Genau dieses Prinzip erklärt auch, warum die Teile Verschleißteile sind: Der Rotor schleift Tag für Tag im Gummi des Stators – und beide verschleißen gemeinsam. Deshalb gilt die Grundregel: Rotor und Stator immer paarweise tauschen.

Die Bezeichnung entschlüsselt

Nehmen wir das in Deutschland am weitesten verbreitete Paar, D6-3:

Bestandteil Beispiel Bedeutung
Buchstabe D Baureihe bzw. Pumpensystem (D-, R-, B- oder C-System)
Erste Zahl 6 Baugröße – bestimmt Durchmesser und damit die Fördermenge
Zahl nach dem Bindestrich 3 Anzahl der Druckstufen – bestimmt Druck und Förderweite
Zusatz Soft, Twister, Spiral, SE, L Bauform oder Gummimischung für bestimmte Materialien

Druckstufen: der wichtigste Wert

Die Zahl hinter dem Bindestrich ist die entscheidende. Sie beschreibt, wie viele Druckstufen die Pumpe aufbaut – vereinfacht: wie oft das Material auf dem Weg durch die Pumpe „nachgeschoben“ wird.

  • Wenige Stufen (z. B. D8-1,5): hohe Fördermenge, geringerer Druck. Ideal für kurze Schlauchwege und dickere Aufträge – die Maschine schafft viel Material pro Minute.
  • Viele Stufen (z. B. D6-3, R7-3): höherer Druck, größere Förderweite, dafür weniger Menge. Ideal für Gerüst, obere Stockwerke oder lange Schlauchstrecken.

Faustregel für die Praxis: Erst die Baustelle bewerten, dann die Pumpe wählen. Wer im Erdgeschoss mit kurzem Schlauch arbeitet, verschenkt mit einer 3-stufigen Pumpe Leistung. Wer in den zweiten Stock fördert, kommt mit 1,5 Stufen nicht an.

Übersicht: verbreitete Rotor-Stator-Typen

Diese Typen sind im deutschsprachigen Raum an Putz- und Estrichmaschinen am häufigsten anzutreffen:

Typ Druckstufen Typischer Einsatz
D3-4 / D4-3 4 bzw. 3 Kleine Baugröße, hoher Druck – Feinputz, lange Wege bei geringer Menge
D5-2,5 / D6-2L 2,5 bzw. 2 Mittelweg zwischen Menge und Druck
D6-3 (Standard) 3 Der Klassiker für Maschinenputz: ca. 20 l/min, Korn bis 3 mm, Förderweite bis ca. 30 m mit NW 25
D7-2,5 2,5 Mehr Menge als D6-3, etwas weniger Druck
D8-1,5 / D8-2 1,5 bzw. 2 Hohe Fördermenge auf kurzen Wegen – Kalk-Zement, Bodenbeschichtung
R7-1,5 bis R7-3 1,5 – 3 R-System, teils spannbar (Nachstellen bei Verschleiß möglich)
R8-1,5 / R8-2 / R9-1,5 1,5 – 2 Große Baugrößen für hohe Durchsatzleistung
B4-1,5L / B4-2 / C4-2 1,5 – 2 Kompaktmaschinen wie Ritmo L / Swing – kleinere Fördermengen

Hinweis: Leistungsangaben sind Richtwerte und hängen von Material, Schlauchlänge, Nennweite und Maschinenzustand ab. Verbindlich ist immer die Angabe des Maschinenherstellers.

Zusätze: Soft, Twister, Spiral und Co.

Hinter der Grundbezeichnung stehen häufig Zusätze, die Bauform oder Gummimischung beschreiben:

  • Soft: weichere Statormischung – für schwer zu fördernde, klebrige oder silikonhaltige Materialien und für Maschinen, die sonst „festgehen“.
  • Twister / Spiral: veränderte Geometrie für gröbere Körnung und gleichmäßigeren Materialfluss.
  • Turbo: auf Durchsatz optimierte Variante.
  • spannbar: Stator mit Spannvorrichtung – lässt sich bei beginnendem Verschleiß nachstellen und hält dadurch länger.
  • L / SE / mit Zapfen: Bauform-Unterschiede an der Antriebsseite. Wichtig: mit Zapfen und ohne Zapfen sind nicht austauschbar.

Welchen Typ brauche ich?

Drei Wege führen zur richtigen Bestellung – vom schnellsten zum sichersten:

  1. Alte Teile ablesen: Auf Rotor oder Stator ist die Bezeichnung meist eingeprägt oder aufgedruckt. Das ist die zuverlässigste Quelle.
  2. Maschinendokumentation: Im Handbuch steht, welche Pumpensysteme freigegeben sind.
  3. Nachfragen: Foto vom alten Teil genügt – wir gleichen es ab, bevor du bestellst.

Und wenn die alte Bezeichnung nicht mehr lesbar ist: Miss die Länge des Stators und fotografiere die Antriebsseite. Beides zusammen reicht in den allermeisten Fällen zur eindeutigen Bestimmung.

Häufige Fehler beim Bestellen

  • Nur ein Teil tauschen. Ein neuer Rotor in altem Stator läuft sich in Rekordzeit ein – und umgekehrt. Immer als Paar wechseln.
  • Druckstufen verwechseln. D8-2 statt D6-3 fördert mehr Menge, kommt aber im zweiten Stock nicht an. Das wird oft für einen Maschinendefekt gehalten.
  • Zapfen übersehen. Die Antriebsseite muss zur Maschine passen, sonst lässt sich der Rotor gar nicht montieren.
  • Materialeignung ignorieren. Wer mit Standard-Stator klebriges Material fördert, kämpft mit Stopfern – hier ist die Soft-Variante die Lösung.

Wann Rotor und Stator getauscht werden müssen

Die Anzeichen für Verschleiß sind eindeutig: sinkende Förderleistung bei gleicher Einstellung, stoßweises oder wässriges Spritzbild, Druckabfall auf langen Schlauchwegen. Ausführlich beschrieben haben wir das im Ratgeber Rotor oder Stator defekt? So erkennst du Verschleiß, bevor die Maschine steht. Wenn gar nichts mehr ankommt, hilft die systematische Fehlersuche in 10 Minuten.

Passende Teile bei BauBoss24

In unserem Sortiment findest du Rotoren und Statoren als Einzelteile und als Set – unter anderem für die Baureihen D, R, B und C. Alle Teile sind mit Kompatibilitätsangabe versehen:

PFT ist eine Marke der Knauf PFT GmbH & Co. KG. Wir führen kompatible Ersatzteile und kennzeichnen diese entsprechend als „passend für“.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Zahl nach dem Bindestrich bei D6-3?

Sie gibt die Anzahl der Druckstufen an. D6-3 hat drei Druckstufen und damit mehr Druck und Förderweite als zum Beispiel D6-2, dafür eine geringere Fördermenge pro Minute.

Kann ich einen D8-2 statt eines D6-3 einbauen?

Nur wenn deine Maschine für das entsprechende Pumpensystem ausgelegt ist – und selbst dann verändert sich das Förderverhalten deutlich: mehr Menge, weniger Druck. Für lange Schlauchwege oder höhere Stockwerke ist das in der Regel keine gute Idee.

Muss ich Rotor und Stator immer zusammen tauschen?

Ja. Beide Teile laufen aufeinander ein. Ein neues Teil in einem eingelaufenen Gegenstück verschleißt deutlich schneller und bringt nicht die volle Leistung.

Wie lange hält ein Rotor-Stator-Paar?

Das hängt stark vom Material ab. Abrasive Kalk-Zement-Putze verschleißen die Teile deutlich schneller als Gipsputze. Bei täglichem Einsatz sind Wechselintervalle von wenigen Wochen normal – deshalb gehört ein Ersatzpaar auf jede Baustelle.

Was bedeutet „Soft“ beim Stator?

Eine weichere Gummimischung. Sie erleichtert das Fördern schwieriger, klebriger oder silikonhaltiger Materialien und verhindert, dass die Maschine beim Anfahren blockiert.

Woher weiß ich, welcher Typ in meiner Maschine steckt?

Die Bezeichnung ist meist auf dem Bauteil selbst eingeprägt. Ist sie nicht mehr lesbar, hilft ein Foto des alten Teils plus die Maschinenbezeichnung – wir prüfen die Kompatibilität kostenlos, bevor du bestellst.

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